Archiv für den Monat März 2015

Aufschlagen & Schreiben – Workbook I

Wilhelm Busch schrieb: „Gedanken sind nicht stets parat, man schreibt auch, wenn man keine hat.“ Das Workbook I, mit 101 neuen Schreibanregungen, wirkt diesem Missstand auf praktische Weise entgegen. Der Schreibende kann sich nach Belieben aus dem Ideenpool bedienen und bequem jederzeit und überall mit dem Schreiben beginnen. Ob im Wartezimmer, in der U-Bahn, im Café, im Urlaub oder zu Hause. Es wird nur ein Stift benötigt, da für jede Aufgabe eine freie Doppelseite für Text oder Notizen vorgesehen ist.

„Tobt euch aus und habt Spaß! Kein Tag ohne Text.“

Workbook I - Aufschlagen & Schreiben

208 Seiten, ISBN 978-3-7347-7752-3

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Leseprobe – Inessa – Stadt der Verlorenen

Selena

Die schwere Eichentür von Victors Domizil fällt ins Schloss. Selena Marais tritt an das Panoramafester und hält einen Moment inne. Sie fühlt sich jämmerlich, hasst sich dafür, dass sie seinen Auftrag annehmen muss, weil ihr keine andere Wahl bleibt. Nur Victor hasst sie mehr.
Üblicherweise sagt der Führer des Sicherheitsrates, wenn er ihre Dienste in Anspruch nimmt: neutralisieren. Diesmal lautet die Anweisung: „eliminieren“. Selena weiß, dass sie einen Menschen mit Hilfe ihrer Kräfte töten kann. Mit Schrecken erinnert sie sich an den Tag, an dem dieser Umstand beinahe eingetreten wäre. Nur ein Zufall bewahrte sie davor diese Schuld auf sich zu laden. Nun verlangt Victor, dass sie einem Menschen das Leben nehmen soll, ohne zu wissen warum.
Alles in Selena sträubt sich gegen diesen Befehl. Ihr Vater Sandor schärfte ihre ein die Gabe, wie er es nannte, zum Guten einzusetzen. Menschen von ihren Leiden zu heilen. Wenn Selena die Regeln zu recht biegt, kann sie sich einreden, Menschen zu heilen, indem sie sie vergessen lässt und so vor einem qualvollen Tod bewahrt.
Bis heute reichte Victor dieser Dienst. Was hat Gavin Harris verbrochen, dass der Lordprotektor ihn tot sehen will? Allein darüber nachzudenken kann Strafe nach sich ziehen, aber Selena will keiner dieser abgestumpften Soldaten sein, die Victor sonst herumkommandiert und vor Angst erzittern, wenn sie seinen Namen hören. Sie denkt, was sie für richtig hält. Selena muss sich diese Autonomie bewahren, um sich einen winzigen Rest von Würde zu erhalten.
Die Machtzentrale von Inessa liegt in der gläsernen Kuppel des Dome. In die heilige Halle erlangt man nur auf Victors ausdrückliche Einladung Zutritt. Es herrscht eine beinahe sakrale Stille. Versonnen betrachtet Selena die silberglänzenden Wolkenkratzer, deren Fenster das Licht der Morgensonne tausendfach wiederspiegeln. Ihr erhabener Standpunkt gewährt ihr einen fantastischen Ausblick über die einzige Stadt des neuen Reiches. Sie ist so gigantisch, dass Selena das Ende und den Anfang mit bloßem Auge nicht ausmachen kann. Der große Krieg dauerte lange und machte alles zunichte. Inessa ist der Schmelztiegel, in den sich die Überlebenden flüchteten und Victor ist der unumschränkte Herrscher im Elfenbeinturm. Um diesen Zustand beizubehalten ist er bereit alles zu tun.
Erschöpft lehnt Selena ihre Stirn gegen das kühle Glas und schließt für einen Moment die Augen. Die glatten Fassaden sollen die Menschen darüber hinwegtäuschen, dass Wohlstand und Frieden ohne Anstrengung nicht zu bekommen sind. Die Opfer sieht niemand, der nicht hinsehen will. Das wollen die Wenigsten. Und die, die es tun, bezahlen ihre Erkenntnis mit Vergessen oder dem Leben. Der größte Teil der Bürger von Inessa lebt in sterilen Wohnsilos, deren Anblick sich zusehends schäbiger gestaltet, je weiter man sich vom Kern der Stadt entfernt. Sie verrichten monotone Arbeit und lassen sich vom System versorgen, ohne zu fragen, ob es außerhalb von Inessa mehr gibt, als Brot und Spiele. Victor hält sie in einem leeren geistlosen Zustand.

Aufschlagen & Schreiben – Eine Vorstellung

Vorwort

„Wir schreiben, um das Leben doppelt zu kosten:
einmal im Augenblick selber und dann im Rückblick.
Wir schreiben, um andere zu locken, zu bezaubern und zu trösten.
Wir schreiben, um uns selbst beizubringen, mit anderen zu reden.
Wir schreiben auch, um unsere eigene Kenntnis des Lebens zu erweitern.
Wir schreiben, um die Grenzen unseres Lebens zu überschreiten, um darüber hinaus reichen zu können.“

Anaïs Nin

Besser kann man die Gründe, warum wir uns schreibend ausdrücken, nicht benennen. Es gibt tausend Ideen, die uns Schreibern im Kopf herumschwirren und die niedergelegt werden wollen. Meistens klappt das sehr gut. Und doch gibt es da diese Momente, in denen wir gerne schreiben möchten und in denen nichts geht. Dieses Buch kann eine Hilfe sein, einfach anzufangen. Keine komplizierten Aufgaben, sondern viele kleine (und einige umfassendere) Übungen, die auch kombiniert werden können, um der Leere ein Schnippchen zu schlagen. Natürlich habe ich das „Rad“ nicht neu erfunden, aber ich hoffe, dass euch die zusammengetragenen Übungen inspirieren. Also aufschlagen und losschreiben.

Inhalt:

1.  Drauflos schreiben
2.  Nur ein paar Worte
3.  Auswahl oder Zufall
4.  Erste Sätze/Absätzchen
5.  Spezielles
6.  Schreibanstöße auf die Schnelle
7.  Textspielereien
8.  Dialoge
9.  Charakter/Figur
10. Biografisches
11. Zeitungsspielereien
12. Gedicht & gedichtete Geschichte
13. Schreiben unterwegs
14. Etwas Handwerk

Aufschlagen & Schreiben – Schreibanregungen für jede Gelegenheit

Ich freue mich, euch meinen kleinen Ideengeber vorzustellen.

788 Schreibanregungen

 

„Wir schreiben, um die Grenzen unseres Lebens zu überschreiten, um darüber hinausreichen zu können“, schrieb Anaïs Nin. Daran hat sich nichts geändert, sei es Fiktion oder Biografie. Auf dem Papier leben wir viele Leben, erzählen Geschichten und Geschichte, erklären und klären uns. Werden ein kleines Stück unsterblich. Und doch ist da die Angst vor dem weißen Blatt. Wie beginne ich einen Text? Wie gelange ich an meine Erinnerungen? Woher nehme ich die Inspiration für ein Gedicht? Das vorliegende Büchlein soll dem Schreibenden helfen, ohne langatmige Erklärungen anzufangen. Die Aufgaben und Inspirationen werden von kurzen, prägnanten Instruktionen begleitet und können sofort angewendet werden. Einfach eine Seite aufschlagen und jederzeit anfangen. Dazu gibt es unter dem Thema: Etwas Handwerk, praktische konkrete Tipps zur Textarbeit. Ich wünsche den Schreibenden viel Freude beim Ausprobieren der zusammengetragenen Aufgaben, die sich auch für Schreibgruppen eignen.

ISBN 978-3-7347-7529-1